Was macht denn eigentlich 'Geistliche Begleitung' aus?

Geistliche Begleitung' ist kein geschützter Begriff, kein 'Markenzeichen', erst recht nicht eine Ware. Deshalb gibt es unterschiedlichste 'Definitionen' und verschiedene Weisen von 'Geistlicher Begleitung'.

 

Worum es bei Geistlicher Begleitung geht, mag ein einfaches, verallgemeinertes Beispiel im Folgenden verdeutlichen:

 

  • Eine Person trifft sich regelmäßig mit einer Geistlichen Begleiterin, einem Geistlichen Begleiter zum Gespräch.

  • Diese Person erzählt im Rahmen der Vertraulichkeit und Verschwiegenheit, was sich ihr in ihrem Leben gerade zeigt:

    Situationen in Beruf, Partnerschaft, Familie, Beziehungen ...
    Sehnsüchte, Hoffnungen, Schmerzliches, Schwieriges ...
    Fragen, Unsicherheiten, Entscheidungen, ...
    Umgang mit Glauben und Unglauben, Gebet, Gemeinschaft(en), ....

  • Die Begleiterin , der Begleiter hört einfühlend zu, geht den Weg der Person durch verstehendes Nachfragen im Gespräch mit.

  • Die Begleiterin , der Begleiter lädt ein, motiviert, stärkt, fördert, fordert: das Gehörte und Gesagte, das Gefühlte und Gespürte in den umgreifenden Horizont Gottes zu bringen, zu stellen, zu sehen, ...

  • Dabei kann es hilfreich sein auf große Schätze der Kirche zurückzugreifen, die den Weg des Einzelnen bereichern können: Das Wort Gottes in der Heiligen Schrift, Überlieferungen von Heiligen, verschiedene Weisen des Betens und Meditierens, ...

  • Daraus ergeben sich für die Person über das Gespräch hinaus neue Einsichten und vielleicht auch neue Aussichten, die im Alltag umgesetzt und gelebt werden (möchten).

  • Die dabei gemachten Erfahrungen und Wirkungen im Alltag können dann Grundlage für weitere Begleitgespräche sein.

  • Dieses 'Christ werden und sein aus Erfahrung und in Beziehung' ist ein ständiger Wachstums- und Umkehrprozess. Deshalb ist Geistliche Begleitung auf einen längeren Zeitraum angelegt.

"Gott in allem suchen" ist eine Aussage des Heiligen Ignatius von Loyola, die auch gut auf Geistliche Begleitung zutrifft. Ignatius regt an, das Wirken Gottes im eigenen Leben wahrzunehmen und darauf mit der eigenen Existenz zu antworten. Geistliche Begleitung will deshalb dem 'Übenden' konkrete Hilfen für den Alltag geben, wie er Gottes Wirken im eigenen Leben aufspüren und entdecken kann und wie der Übende in die Beziehung, in den Dialog, zu Gott kommt, darin bleibt und daraus sein Leben gestaltet.

 

Noch konkreter:   ... im Blick auf die, die um Begleitung bitten

                                ... im Blick auf die, die Begleitung geben

                               Ein kleines  ABC der Geistlichen Begleitung